AL PRIDE
Sweet Roller (Radicalis)
Im zweiten Song «If You Go Down» auf «Sweet Roller» singen Astrid Füllemann und Nico Schulthess: «If You Go Down I Go Down With You My Love.» Untergehen sollte die achtköpfige Band aus Baden mit ihrem vierten Album nicht. Im Gegenteil. Besagter Song mahnt auf äusserst positive Weise an Texas (gerade der Chorus). Und der smoothe Bass, der nicht nur hier prominent in Erscheinung tritt, lässt Parallelen zu New Order zu. Al Pride sind seit ihrem letzten Werk «Hallavara», das 2016 erschien, gewachsen. Die Songs klingen verfeinert, dichter aber auch luftiger. «Kalif Onya», beispielsweise, groovt abgeklärt, mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Die Bläser klingen kratzig cool wie sonst was. Die folkige Single «Sober By Tomorrow» zeigt eine andere Seite, die behutsame, zerbrechliche Seite von Al Pride. Morgen bin ich nüchtern? Der Titeltrack, der ganz zu Anfang steht, hat auch folkige Elemente und lässt diese in den ruhig treibenden Song Strom einfliessen. Das dezent und nicht anbiedernd tanzbare «Hunger» lässt Vergleiche mit den Pet Shop Boys zu. Das ebenfalls tanzbare «Another Vibe» lässt zu Beginn luftige Kirmesmusik ertönen, der groovende Bass holt den Song aber wieder auf den Boden und die Tanzfläche. Fährt direkt in die Beine. Das nachdenkliche «Forever High» ist musikalisch eine Art Afterpartysong: «You’re The Sea I Am Drowning In. In Every High And Every Cheat.» Und der Abschluss «Feeding Fire» lässt Erinnerungen an Garbage aufkommen. Al Pride wandern auf «Sweet Roller» immer wieder gekonnt auf dem Grat zwischen Tiefe und Leichtigkeit.

8 out of 10


Robert Pally  
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