ECHOLOT
Destrudo (Czar Of Crickets)
«Destrudo» ist nach «Volva» (2017) und «I» (2016) das dritte Werk des Basler Trios Echolot. Auf dem Debüt «I» der 2014 ins Leben gerufenen Band hatte es gerade mal einen Song, der sich über 37:56 dahinzog. Auf dem Zweitling «Volva» waren es dann immerhin 4, der längste dauerte 16:39. Die Songs wurden von «II» bis «V» durchnummeriert Auf «Destrudo» finden sich drei Songs, erstmals mit richtigen Titeln: «Frozen Dead Star» (9:38), «Orbital» (9:23) und «Wind Up North» (19:33). Der Titel «Destrudo» bezieht sich auf den umstrittenen Todestrieb (im Gegensatz zur Libido, dem Lebenstrieb) des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Die Songs sind komplexer und vielschichtiger geworden. Auch gesanglich hat die Band zugelegt, wobei man diskutieren kann, ob das zeitweilige Black-Metal-Gebrummel wirklich Gesang ist. Im Auftakt «Frozen Dead Star» stehen sich dieser und klarer Gesang gegenüber. Soll damit der Kampf von Hell und Dunkel, Gut und Böse symbolisiert werden? Lange instrumentale Zwischenspiel sorgen immer wieder für Spannung. Im zweiten Track «Orbital» (9:23), wie der erste im (un)heiligen Doom- und Apokalyptik-Metal zuhause dominiert der fiese Brummel-Gesang. Bloss eine hymnische Gesangspassage und helle und klare Cure-Gitarren sorgen für etwas Licht. Der finale Song «Wind Up North» (19:33) präsentiert sich dann vielschichtiger und auch positiver. Nach einem unheimlich düsteren Intro brechen langegezogene, schleppende Melvins-Riffs über den geneigten Hörer herein. Der Sänger kotzt sich einmal mehr Black-Metal-mässig darüber aus, bevor eine gewisse Ruhe eingekehrt. Ein Moment der Klarheit!? Nach über vier Minuten kehrt das Böse, sprich das fiese Black-Metal-Gebrummel wieder zurück. Kein Gut oder Böse, nur Böse. Eine alles verschlingende Welle droht den Hörer zu erfassen. Nach 15 Minuten und 30 Sekunden kommt die Erlösung. Poetische (Kirchen)-Orgel-Klänge sorgen für Entspannung. Am Schluss entschwinden sie gen Himmel. Erlösung!?


6.5 out of 10


Robert Pally  
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